Apr 11 2019

Donnerstag der

Umzug in unser neues Leben

Mit dem Zuwasserlassen heute Morgen zum Hochwasser sind wir wieder auf unserer Hanapha eingezogen. Dieses Mal für eine sehr lange Zeit. Mindestens die nächsten drei Jahre wollen wir an Bord verbringen und uns treiben lassen. Allerdings haben wir dieses Mal unendlich mehr Gepäck dabei als die Jahre vorher, wo wir nur den Sommer über auf dem Boot verbracht haben. Jetzt ist unser Haus leer. Die Möbel und alles was wir die nächsten Jahre nicht brauchen sind schon auf dem Dachboden eingelagert. Ein kleiner Rest folgt am Wochenende. Ab Mai ist das Haus vermietet und es gibt kein einfaches zurück mehr.

Der Einzug auf Hanapha ist allerdings nicht so einfach. In allen Ecken stapeln sich neben noch einzubauenden Teilen und Decksausrüstung, die noch bis zum Stellen der Masten unter Deck liegt, unser Hausrat. Wir werden wohl noch einmal alles durchsortieren und Unnötiges aussortieren. Dabei haben wir in den letzten vier Jahren schon viele Dinge verschenkt, verkauft oder weggeschmissen. Es ist einfach ein tolles Gefühl mit „leichtem“ Gepäck zu reisen.

 

Wir sind jetzt Boat People

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Jun 01 2019

Samstag der

Abschied

und dann drehen wir plötzlich eine Pirouette. Die kleine Barkasse hat es uns vorgemacht. Da habe ich noch geglaubt, der Kapitän will seinen Gästen ein besonderes Schauspiel zeigen. Am Anleger vom Kraftwerk Moorburg versuchen drei Schlepper mit geballter Kraft einen Frachter an die Pier zu drücken. Dabei entsteht ein solcher Strom quer zur Elbe bis ans andere Ufer. Ohne etwas unternehmen zu können werden wir um die eigene Achse gedreht und habe Mühe aus dem Sog wieder herauszukommen. Wir rufen die Kattwykbrücke erneut und melden, dass wir nicht durchkommen und er die 16:00 Brücke nicht aufmachen braucht. Wir dürfen später mit den Schleppern zusammen raus. Für uns das „Tor zur Welt“!

Doch wir wollen noch ein paar schöne Stunden zurückblicken.

Freitag, 31. Mai 2019 – unser letzter Tag vor unserer Reise. Pünktlich 24 Stunden vor Auslaufen heißen wir den „blauen Peter“. Alle Lieferanten und Gläubiger müssen jetzt ihre Rechnungen präsentieren. Von Peter Knief erhalten wir nach 21 Jahren unsere Abschlussrechnung, die sofort aus der Bordkasse beglichen wird. Unser Segelmacher hat´s wohl vergessen oder hatte kein Fernglas.

Am Samstag morgen beginnen wir in aller Frühe das Schiff auf den Abschied und die erste Fahrt vorzubereiten. Das Deck wird geschrubbt und alle Leinen klar gemacht. Die Getränke kalt gelegt. Zum Schluss verewigen wir uns auf dem Sockel der Steglaterne neben der „Big Foot“, die uns zwei Jahre voraus ist. Um 12:30 verholen wir unsere „Hanapha“ an den großen Schwimmsteg. Dort haben mehr Leute Platz ohne gleich ins Wasser zu fallen. Um kurz nach 13:00 kommen die ersten Abschiedsgäste. Freunde, Verwandt und Bekannte trinken mit uns ein letztes Glas auf den Abschied von Hamburg. Um 15:00 läuten wir die Schiffsglocke auf das letzte Glas und „Gäste von Bord“. Wir starten die Maschine. Eine letzte Umarmung, ein letzter Gruß, und dann legen wir ab. Einen Raketenangriff von Rudi müssen wir noch abwehren. Sie hat zwar eingeschlagen, konnte aber kein Loch hinterlassen – wir schwimmen noch. Begleitet werden wir bis zur Kattwykbrücke von der „Bella Strega“ und der „Maggens Bay“.

Um 15:40 melden wir uns bei der Brücke über Funk an. Und dann . . . (s.o.)

Wir kommen mit ca. 20 Minuten Verspätung in Wedel an. Alles ist gut gegangen.

Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt – wir haben ihn getan.

 

 

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Jun 02 2019

Sonntag der

Cuxhaven

Das Wetter und vor allem der Wind werden toll. Die ganze Woche haben wir die Grib Files beobachtet. Und es war klar, dass wir den Sonntag für unsere Fahrt nach Cuxhaven nutzen wollen. Die Tide ist zwar bescheiden, aber bei „Schiebewind“ von achtern ist das egal.

Um 8:00 Uhr, schon knapp vier Stunden nach Hochwasser in Wedel, laufen wir aus und setzen 10 Minuten später erst einmal nur die Genua. Wir wollen ja in Ruhe frühstücken. Autopilot an und dann machen wir es uns im Cockpit gemütlich. Kurz hinter Wedel kommt uns dann ein Segler entgegen und grüßt freundlich. Als er dann dreht und auf uns zuhält sind wir gespannt. Er wünscht uns eine gute Reise mit dem Kommentar „Das könne ja nur einer sein“. An der Stimme habe ich dann unseren Hausarzt erkannt, der mit seiner „Clara“ unterwegs war. Ein weiterer schöner Abschiedsgruß!

Der Wind ist etwas weniger als erwartet und nach dem der Strom kentert, machen wir zeitweise nur noch 1Kn Fahrt. Egal – heute haben wir Zeit. Geplant haben wir ca. 10h aus denen letzlich 11h wurden.

Kurz vor dem Abendniedrigwasser erreichen wir Cuxhaven mit einer enormen Strömung von teilweise über 4Kn.

Wir sind gut angekommen und werden hier noch einmal 2-3 Wochen zum Schrauben verbringen. Für die Nordsee ist immer noch viel – sehr viel – zu tun. Außerdem ruft das Büro am Montag früh.

 

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Jun 16 2019

Sonntag der

Zwischenstop auf Helgoland

es ist definitiv ein Umweg über Helgoland zu fahren. Aber wir scheuen noch den langen Törn. Die einzigen beiden Häfen auf den Ostfriesischen Inseln, die in Frage kommen sind Norderney mit 69nm und Borkum mit 95nm. Die Wetterlage ist sehr wechselhaft und es gibt auch viele gute Gründe sich von Helgoland zu verabschieden. ( Schnaps, Diesel, Schokolade . . . )

Die Nordseewoche ist vorbei. Den Trubel in Cuxhaven einmal hautnah mitzuerleben war spannend. Allerbestes Hafenkino – immer größere Jachten. Mein Favorit ist die „Germania VI“ ein tolles Schiff.

Alle offenen Pakete sind gestern doch noch eingetroffen und für heute ist ein angenehmes Wetterfenster mit schwachem bis mäßigem Wind angesagt. Hochwasser ist um 13:21. Am Vormittag schrauben wir noch einige Beschläge an um die Schranktüren zu sichern (aus einem der letzten Pakete) und um 11:20 melden alle Stationen „Seeklar“. Hochwasser ist zwar noch nicht erreicht, aber wir wollen los. Helgoland wird unser letzer bekannter Hafen. Westlicher waren wir noch nie. Der Wind ist überwiegend schwach windiger als angekündigt und dreht nur einmal etwas auf. Wir binden das erste Reff in das Groß und reffen nach kurzer Zeit wieder aus. So brauchen wir für die 38nm doch etwas länger als erwartet und laufen um 19:30 auf Helgoland ein.

Wir liegen zu fünft im Päckchen. Neben uns die „Shanty“ aus Bremerhafen. Wir kennen uns. 2014 haben wir schon einmal einige Tage in „Assens“ abgewettert. Wir klönen ein wenig von Schiffskante zu Schiffskante.

Der Innenlieger meldet sich für kommenden Morgen 8:oo an. Der wollte mich wohl schocken. Ich habe ihm gesagt er solle sich telefonisch anmelden. Ich bin ab ca. 5:oo in meinem Büro zu erreichen.

 

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Jun 17 2019

Helgoland, Montag der

Einkaufstag auf Helgoland

Eigentlich wollten wir „Elch“ auch noch etwas von Helgoland zeigen. „Elch“ möchte unbedingt mal auf die „Lange Anna“. Er meinte, er schafft das. Einen Weg dorthin gibt es ja seit vielen Jahren nicht mehr. Aber das haben wir leider nicht geschafft. Wir mussten unbedingt bunkern. Bunkern ist ein „Alle Mann Manöver“ und da ist auch „Elch“ als Bootsmann betroffen. Wandern oder Schnaps. Die Entscheidung viel ihm nicht schwer.

Die 160L Diesel musste ich dann allerdings doch alleine zum Steg runter schleppen. „Elch“ hat weiche Knochen und Barbara einen Tennisarm. Und das Ganze in meiner Mittagspause.

Dafür gab es zum Abendessen ganz leckere Seezungen, die wir frisch vom Kutter bekommen haben. Dazu krosse Bratkartoffeln und einen Salat mit Pfirsich.

und da nahm er seine Gitarre . . .

 

 

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Jun 20 2019

Norderney, Donnerstag der

Neuland

Nun sind wir schon den 2. Tag auf Norderney. Am Dienstag haben wir aufgrund der Wetterlage Helgoland verlassen und nach ein paar Meilen konnten wir uns sagen: „westlicher waren wir noch nie“. Geplant war eventuell Borkum anzulaufen, aber aufgrund der nur sehr leichten Winde, dass der Strom mal wieder anders läuft als erwartet, kamen wir nur langsam voran. Die Maschine lief den ganzen Tag als Unterstützung mit. Und gegen 16:00 entschieden wir uns dann für Norderney. Wir haben drei stark befahrene Verkehrstrennungsgebiete gequert. Mussten einmal ausweichen, einen Tanker vor Anker runden und sind zwei Fregatten der Marine begegnet. Mehr war nicht. Doch eines noch. Gegen 14:30 im südlichen Trennungsgebiet „Terschelling – German Bight“ glitzerte etwas im Wasser. Wir änderten unseren Kurs um das Objekt zu prüfen. Es hätte ja eine Luftmatratze mit noch was drauf sein können. Es war dann ein Delphin – Luftballon.

Gestern haben wir nach einem sehr sonnigem Tag noch lange – bis kurz vor 23:00 im Cockpit gesessen. Wir haben am frühen Abend die Kneipen auf Norderney erkundet. Gut gegessen und in Erinnerungen und Plänen geschwelgt.

Heute wieder mehr Arbeitstag. Für mich sowieso. Barbara hatte Wäsche und Einkaufstag.

 

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